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Shiregreen: Another Life, Another Song

Rezension aus der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen

Another Life, Another Song

In Zeiten, in denen auch die Musikbranche überwiegend nach dem Motto „höher, schneller, weiter" verfährt, lernt man, Künstler, die einen anderen Weg einschlagen, besonders zu schätzen: Künstler, die der Schnelllebigkeit der medialen Welt ganz bewusst die Zeitlosigkeit ihrer Musik entgegensetzen. Denen es um Resonanz und Qualität geht, die mit ihren Klängen berühren und Geschichten erzählen.

ShireGreen nennt sich ein Musiker aus Waldhessen, der diesem Anspruch vollauf gerecht wird. Dabei handelt es sich um Sänger und Songwriter Klaus Adamaschek. Er hat mit seiner Begleitband (Diana Sömmer, Paul Adamaschek, Sven Liesen, Jonas Altnöder und Johannes Wetzel) jetzt seine erste CD aufgenommen, die aufhorchen lässt. „Another Life, another Song“ heißt die Scheibe mit melodischen Folk-Balladen und atmosphärisch dichten Songs, die so recht in diese Jahreszeit passen. Kuscheln Sie sich aufs Sofa, öffnen Sie eine gute Flasche Wein oder trinken Sie einen heißen Tee. Und dann lauschen Sie diesen akustisch unverzerrten, ursprünglichen und vor allem, auf ihren harten Kern reduzierten eindringlichen Gesangsparts mit den überraschenden Harmonien. Es entstehen gefühlvolle Landschaften aus Klängen, die durch herausfordernde Grundrhythmen niemals in die Banalität abgleiten.

Die größte Stärke an dieser neuen Scheibe ist aber vielleicht die Ruhe und geradezu traumwandlerische Sicherheit, mit der Adamaschek Melodien entstehen, wachsen und (nach)wirken lässt. Besonders die Stücke „Not a drop of rain“ und „Another life another Song“, eine der vier Eigenkompositionen von ShireGreen, unterstreichen den engmaschigen Bezug ihres Zusammenspiels.

Klaus Adamaschek, Leadsänger und Gitarrist, hat eine beeindruckende Stimme, bei der man automatisch mitsingen muss („Sail away“, „Railway Hotel“). Gänsehaut ist garantiert. Er ist ein toller Sänger und steht in seinen besten Momenten einem Mark Knopfler, was sonore Stimmlage und herzzerreißende Melancholie angeht, in nichts nach.

Der harte Kern ist das Gefühl eines Songs, das schließlich als Funke auf den Zuhörer überspringt - und das hat ShireGreen geschafft. Mit einem breit gefächerten, gefühlvoll arrangierten Repertoire und musikalischer Klasse geht man mit dieser CD durch alle Höhen und Tiefen des Lebens. Was so unaufgeregt und still daherkommt, entwickelt sich im Detail ungeheuer differenziert und spannend, dass beinahe jede Note, jede Phrase den Zuhörer tiefer in Bann zieht.

Voller Poesie ist das rhythmisch dichte Geflecht von Akkordfolgen mit bluesigen Ansätzen, die niemals zum spektakulären Selbstzweck geraten. Übrigens eignet sich diese CD nicht nur für den dunklen Herbstabend, sondern auch für luftige Frühlingstage und lauschige Sommernächte.


Von Susanne Kanngieser